OpenEVSE DE (21.08.2014)

Im Gegensatz zur Seite "OpenEVSE in Deutschland" geht es hier um eine für Deutschland veränderte Version von OpenEVSE.

Das beginnt bereits bei der Platine. Die OpenEVSE DE Platine hat alle Anschlüsse an einer Seite und passt in ein 108mm Hutschienengehäuse. Sie hat keinen (!!!) 12V-Relaisausgang mehr. Dafür kann man zwei Schütze direkt mit 230V ansteuern. Die Problematik mit der auf Masse liegenden Phasenerkennung entfällt durch ein geändertes Layout.
Schwierig ist es bei der Orginalplatine das 5V/12V Platinen-Netzteil zu bekommen. Das Originalteil gibt es nur in den USA und der Ersatztyp ist zwar in Europa erhältlich, aber anscheinend nur bei Großhändlern und dann auch zu recht heftigen Preisen und mit langen Lieferzeiten. Daher habe ich mich dafür entschlossen für die Stromversorgung eine Alternative vorzusehen.
Wer die Möglichkeit hat, das Platinennetzteil einzubauen, kann das weiterhin tun. Ein externes 5V Netzteil reicht aber auch aus. Dieses kann dann entweder mit einem Hohlstecker von der Seite angeschlossen werden, oder aber über Schraubklemmen an der Anschlußleiste.
Als Netzteil eignet sich hervorragend ein Hutschienennetzteil für den Raspberry Pi, der damit auch parallel versorgt werden kann.

Die Echtzeitverarbeitung (RTC) kann grundsätzlich auch eingebaut werden. Damit kann man OpenEVSE dazu bewegen zu bestimmten Zeiten die Ladung vorzunehmen.

Alternativ ist es aber auch möglich, OpenEVSE per serieller Schnittstelle zu steuern. Das ist vor allem dann interessant, wenn man z.B. von seiner PV-Anlage den Überschuß, den man selber nicht verbraucht, für die Ladung zur Verfügung stellen möchte. Allerdings sollte die Anlage auch in der Lage sein, über 3kW zur Ladung zur Verfügung zu stellen. Ansonsten wären erstens die Verluste zu hoch und unter 10A lädt z.B. ein Zoe gar nicht. Leider konnte ich bisher nicht testen, wo die Untergrenze zum laden bei anderen Fahrzeugen liegt. OpenEVSE kann bis 6A runter geregelt werden.

Die Menüführung über das Display ist deutsch. Ein Display ist nicht zwingend notwendig.




Die Platine ist etwas größer als die Originalplatine.  Man kann hier am unteren Rand die Anschlüsse erkennen, über die mit der Aussenwelt kommuniziert wird. Von links nach rechts: GND/5V Stromversorgung, Pilot Signal, PE, dann der Anschluß für den Stromwandler um Fehlerströme zu erkenen, es folgt ein nicht belegter Anschluß, weil dann auch der 230V Part folgt. Schütz 1, 2, gemeinsam Neutral, dann L1 (Stromversorgung, Phase1 Erkennung), dann L3 für die Phasenerkennung an einem Dreiphasensystem und noch einmal Neutral (identisch mit dem Anschluß neben den Schützausgängen).
An der rechten Seite existiert ein Anschluß für ein Steckernetzteil (5V).
Im oberen Bereich gibt es zwei Stiftleisten. Einmal I2C, dort wird das Displaymodul angeschlossen, und zum anderen FTDI. Über den Anschluß kann man die Platine seriell ansprechen. Es gibt fertig aufsteckbare Module, mit denen diese serielle Kommunikation auch per Funk möglich ist.
Der Anschluß ISP1 wird benötigt, um den Atmel (neu) zu programmieren.
Abhängig davon, wie die Platine zu Ihrem Strom kommt, gibt es zwei Aufbauvarianten. Bei Einsatz des Onboard Netzteils wird zur -12V Erzeugung ein AM2D-1212D benötigt. Und der Jumper auf SV1 muß auf 12V gesetzt werden. Wird die Steuerung mit einem externen 5V Netzteil versorgt, dann wird ein AM2D-0512D eingesetzt und der Jumper gehört auf die 5V Seite.

14.07.2014


Am letzten Wochenende sind alle Teile angekommen: Platinen, 63A Kabel mit Stecker und alle Teile für die Platinenbestückung. Und irgendwie war es klar, das die Platine eine Überarbeitung benötigt.
Trotzdem wollte ich erst einmal schauen, ob das veränderte Layout grundsätzlich funktioniert. Und das tat es.... Sowohl 1-phasig mit 13A, wie aber auch 3-phasig mit 63A also in Summe 192 (!!!) Ampere. So, liebe Kinder... das was ihr da unten auf dem Bild seht, macht ihr bitte nicht nach. Der Bereich war großräumig abgesperrt und das Foto wurde mit einem Teleobjektiv gemacht.



Und alles hat funktioniert. Der Zoe hat mit 43kW geladen bis etwa 85%, dann wurde runter geschaltet auf 22kW. Kabel und Stecker hatten am Ende die gleiche Temperatur wie das Typ1 Kabel des Kangoo (3,6 kW), der nebenan geladen hat.

Da auch die grundsätzlich veränderte Stromversorgung mit nur einem 5V Netzteil funktioniert, werde ich bei der Überarbeitung das Onboard-Netzteil weg lassen.

21.08.2014

Also Platine neu layouten und wieder in Produktion geben.

 
Am Arbeitsplatz sind die Teile schon vorbereitet und mußten noch eingebaut werden. Aber das war dann nach einiger Zeit auch erledigt.
 

Das erste Exemplar wurde dann auch gleich ausgiebig getestet. Ergebnis: Alles wie erwartet. Die Technik funktioniert.

Eine der ersten Platinen wurde in der der mobilen Ladebox von Sebastian Klein aus Wuppertal verbaut. Er hat sie dann auch gleich bei einem Zwischenstopp am Ladepunkt Aschenstedt mit seinem Zoe getestet. Auch hier, wie es zu erwarten war, alles ohne Probleme.
Da es sich nicht lohnt, nur ein oder zwei Platinen zu bauen, habe ich jetzt erst einmal 10 Platinen bestückt.


Und nachdem die Platinen bestückt waren, blieben ein paar Reste übrig. Hauptsächlich die Drähte der Widerstände....


10.09.2014


Das letzte Wochendende (06./07.09.) hat Bernd aus Oyten dafür genutzt eine mobile Ladebox mit der OpenEVSE DE Platine zu bauen. Da auf den FI Typ B und  auch auf einen Zähler verzichtet wurde, dürfte diese Box zu den kompaktesten zählen.

 Zusätzlich enthält die Box drei Leuchtdioden, die den Zustand der Phasen anzeigt und außerdem gibt es mit dem Eltako eine Anzeige, wenn über L1 eine Mindestmenge an Strom gezogen wird. So kann man z.B. damit sehen wenn der Ladestrom <= 4kW ist, das die Ausgleichsladung aktiv ist. D.h. die Leuchtdiode geht aus, und man kann die Ladung beenden. Je nach eingesetztem Fahrzeug müßte der Wert natürlich angepasst werden. Bei einem Kangoo wird bei 3,6 kW bereits im oberen Bereich geladen. Die LED würde da nie angehen.




Anleitung zum Einbau der Steuerplatine mit Display in ein 88mm Hutschienengehäuse












Kommentare:

  1. Sieht super aus. Wird dann die mobile Box kleiner / günstiger / schöner ?

    Gruß

    Kai

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Naja, was heißt jetzt kleiner?
      Wenn man es ganz klein haben will, verzichtet man auf den Zähler, den FI, die Sicherungen, und sogar auf den Schütz könnte man verzichten. D.h. eigentlich ist nur ein 5V Netzteil notwendig und die Steuerplatine. Wenn man dann auch nur mit einem Amperewert laden möchte, könnte man auf das Display verzichten. Wenn dann nur mit Kabeln gearbeitet wird, könnte man es schon seeeehr klein bekommen. Ich würde so etwas aus Sicherheitsgründen aber nicht einsetzen wollen. Wenigstens der Schütz sollte drin sein.

      Günstiger: die teuersten Einzelelemente sind der TypB FI und die Anbindung zum Fahrzeug. Die Steuerelektronik mit Display kostet weniger als 150,-. Dafür bekommt man die Anbindung zum Fahrzeug nicht!

      Schöner: Kommt darauf an, wie man es macht und was man macht. Natürlich kann man sich ein edles gebürstetes Edelstahlgehäuse bauen, oder alles in Folie einschweißen. Dazwischen ist alles möglich. Optisch am stärksten werden sowieso die Kabel auffallen. Btw.: welche Möglichkeiten gibt es, ein Kabel einzufärben. Also so, das die Farbe auch nach mehrmaliger noch drauf bleibt???

      Löschen
  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen